Schilddrüsenerkrankungen

Symptome von Schilddrüsenerkrankungen

Schilddrüsenerkrankungen sind meistens die Folge einer zu hohen oder zu niedrigen Aktivität der Schilddrüse. Das hat zur Folge, dass entweder zu wenig oder zu viel Schilddrüsenhormone gebildet und ins Blut abgegeben werden. Die Wirkungen der Schilddrüsenhormone (Thyroxin = T4; Trijodthyronin = T3) in den Zellen des Körpers sind vielfältig, und somit sind auch die daraus folgenden Symptome sehr weitgefächert.

Das T4 muss in den Zellen des Körpers zuerst in das aktive T3 umgewandelt werden. Das T3, das wirksame Schilddrüsenhormon, wirkt in jeder Zelle und stimuliert sowohl die Eiweisssynthese als auch die Fett- und Kohlenhydratverwertung. Die Symptome einer Unterfunktion oder Überfunktion der Schilddrüse stehen deshalb häufig mit der Störung des Energiestoffwechsels im Zusammenhang. Eine Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose) macht sich durch eine Abnahme der Energieproduktion bemerkbar, die mit Gewichtszunahme, Trägheit, Müdigkeit und Kälteempfindlichkeit einhergeht. Eine Überfunktion der Schilddrüse (Hyperthyreose) führt zu einer Steigerung des Energiestoffwechsels und deshalb zu Symptomen wie Angespanntheit, Nervosität, Muskelzittern und Gewichtsverlust trotz gesteigertem Appetit.

Diagnose von Schilddrüsenkrankheiten

Die Symptome einer Unterfunktion oder Überfunktion der Schilddrüse sind meistens eindeutig. Eine Unter-/Überfunktion der Schilddrüse muss in jedem Fall durch eine ärztliche Diagnose bestätigt werden. Um die Diagnose zu bestätigen, wird Blut entnommen und die Konzentrationen der Hormone Thyroxin (T4), Trijodthyronin (T3) und TSH (thyreoidstimulierendes Hormon) müssen gemessen werden. Das TSH und die T3-/T4-Werte stehen in einem umgekehrten Verhältnis zueinander: Steigen die T3-/T4-Werte im Blut infolge einer Schilddrüsenüberfunktion, sinkt die TSH-Konzentration.

Sinken die T3-/T4-Werte im Blut, steigt die Konzentration von TSH wieder an. Dieser Regelkreis zwischen der Hirnanhangsdrüse und der Schilddrüse gewährleistet eine lebenslang ausreichende T3-/T4-Konzentrationen zur Erhaltung einer normalen Funktion der Zellen des Körpers. Bei Stoffwechselstörungen in der Schilddrüse bewegen sich die Werte von TSH, T3 und T4 ausserhalb der in der unten stehenden Tabelle angegebenen Referenzwerte. Ein Abfall der T3-/T4-Werte und eine Erhöhung der TSH-Konzentration zeigen eine Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose) an. Steigen hingegen die T3-/T4-Werte bei zu tiefen TSH-Werten, spricht man von einer Überfunktion der Schilddrüse (Hyperthyreose).

Bei der Hypo- oder Hyperthyreose liegt die Ursache des Problems in den allermeisten Fällen in der Schilddrüse selbst. Man spricht in solchen Fällen von primären Schilddrüsenerkrankungen. Nur ganz wenige Fälle sind die Folge von Stoffwechselstörungen der Hirnanhangsdrüse. Falls die Ursache der Störung auf die Steuerung der Schilddrüse (Hirnanhangsdrüse) zurückzuführen ist, spricht man von einer sekundären Schilddrüsenerkrankung.

Symptome einer Hypothyreose oder Hyperthyreose

Hypothyreose Hyperthyreose
Müdigkeit, Schläfrigkeit Nervosität, Angespanntheit, Reizbarkeit
Kälteempfindlichkeit (Frieren) Wärmeempfindlichkeit (Schwitzen)
Erniedrigte Darmmotorik (Obstipation) Erhöhte Darmmotorik (Durchfall)
Unerklärliche Gewichtszunahme Unerklärliche Gewichtsabnahme
Erniedrigte Herzfrequenz (Bradykardie) Erhöhte Herzfrequenz (Herzrasen)
Niedriger Blutdruck Bluthochdruck
Geschwollenes Gesicht Zittern (Tremor)
Depressive Verstimmung Schlafstörungen
Zyklusstörungen Zyklusstörungen
Gedächtnisschwäche Anschwellung der Schilddrüse (Kropf)
Erhöhte Cholesterinwerte im Blut Exophthalmus (hervortretende Augen)
Haarausfall Knochenschwund (Osteoporose)

Subklinische Hypo- und Hyperthyreose

Die Blutwerte von T4, T3 und TSH sind nicht immer eindeutig, wie man der oben stehenden Tabelle zur Diagnose von Schilddrüsenerkrankungen entnehmen kann. Oft sind die T4- und T3-Werte im Blut an der Grenze der Norm und der TSH-Wert liegt ausserhalb der Referenzwerte. Man spricht in solchen Fällen von subklinischen Schilddrüsenstörungen. Solche Zustände werden als „subklinisch“ bezeichnet, weil oft keine oder wenige bzw. nur sehr schwache Symptome bemerkbar sind, jedoch der TSH-Wert im Blut ausserhalb des Referenzwertes liegt. Der T4- und der T3-Wert bewegen sich dabei innerhalb der Referenzwerte und der TSH-Wert ist entweder erhöht (subklinische Hypothyreose) oder erniedrigt (subklinische Hyperthyreose).

Solche Zustände können hin und wieder vorkommen und müssen nicht immer behandelt werden, weil sie von vorübergehender Natur sein können. Treten jedoch für den Patienten störende Symptome über längere Zeit auf, kann in Absprache mit dem Arzt eine Therapie begonnen werden. Bessern sich dabei die Beschwerden, wird die Therapie fortgeführt oder angepasst, bis die störenden Symptome verschwunden sind und sämtliche Hormone innerhalb der Referenzwerte liegen.

Diagnose anhand der Blutwerte TSH, T4 und T3

T4-Wert T3-Wert TSH-Wert Was liegt vor?
normal normal hoch Subklinische Hypothyreose
tief tief hoch Primäre Hypothyreose
tief tief tief Sekundäre Hypothyreose
normal normal tief Subklinische Hyperthyreose
hoch hoch tief Primäre Hyperthyreose